Marktbericht 3 Quartal 2017

Das 3. Quartal mit den oft schwankungsintensiven Monaten August und September entwickelte sich in diesem Jahr erfreulich positiv. So stieg der Deutsche Aktienindex DAX in diesen drei Monaten um immerhin 4%. Grund für den starken Anstieg war auch der zuletzt wieder nachgebende Euro, der gegenüber dem US-Dollar von seinem Jahreshoch bei 1,21 auf 1,17 zurückfiel. Das wahrscheinliche Ende der großen Koalition in Deutschland lässt erwarten, dass der Weg in die fiskalische Transferunion nicht so einfach verläuft, wie es sich der französische Präsident Macron vielleicht erhofft hat. Auch die katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen deuten darauf hin, dass der Weg zu mehr europäischer Einheit weiterhin mit hohen Hürden verbunden ist.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen; Stand 31.06.2017

Daneben wirkt sich insbesondere die stärkere wirtschaftliche Dynamik positiv auf die Aktienmärkte aus. So wiesen alle wichtigen Volkswirtschaften aus den Industrie- und Schwellenländern im 2. Quartal 2017 positive Wachstumsraten auf. Dies hat es zuletzt 2005 gegeben und ist auch in der Vergangenheit eher selten vorgekommen. In Deutschland kommen wesentliche Wachstumsimpulse derzeit von der Binnennachfrage. Dabei haben sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat ihre Konsumausgaben deutlich erhöht. Aufgrund der anhaltend positiven Wachstumsperspektiven stehen die Chancen gut, dass die Unternehmen ihre Rekordgewinne auch über das Jahr 2017 hinaus weiter steigern können. Auch der Ausgang der Bundestagswahl dürfte allenfalls kurzfristig für Unsicherheit sorgen. Kommt es tatsächlich zu einer Koalition aus CDU/CSU, FDP und den Grünen könnte das Wirtschaftswachstum sogar davon profitieren, denn diese Parteien haben in ihren Wahlprogrammen Steuerentlastungen und zusätzliche Staatsausgaben vorgeschlagen. Wir sind daher weiterhin für die Aktienmärkte optimistisch und erwarten nach einer möglichen Konsolidierung im Oktober zum Jahresende neue Höchstkurse bei den Indizes. Im Rentenmarkt haben sich viele Staatsanleihen seit Jahresanfang negativ entwickelt. Besonders die als „sicherer Hafen“ geltenden Staatsanleihen aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden haben überproportional verloren. Dagegen konnten US-Staatsanleihen trotz der Zinserhöhungen der US-Notenbank sich deutlich besser entwickeln. Dieser positive Effekt wurde für den europäischen Anleger durch den deutlichen Rückgang des US-Dollars jedoch mehr als aufgezehrt – unter dem Strich überwogen die Währungsverluste die Kursgewinne deutlich. Deutlich besser war die Entwicklung bei den Unternehmensanleihen, wo sowohl in den Industrie- als auch den Schwellenländern noch attraktive Renditen erzielt werden konnten.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen; Stand 31.06.2017

Weiterhin werden sowohl der Aktien- als auch der Rentenmarkt stark von den Notenbanken beeinflusst. Während die US-Notenbank FED bereits mehrmals die Zinsen erhöht hat und demnächst mit einem Abbau der Wertpapierbestände von mittlerweile 4,2 Billionen USD! beginnt, ist die EZB bisher zurückhaltender. Der Leitzins wird aller Voraussicht nach nicht nur 2017, sondern vielleicht sogar das ganze Jahr 2018 bei null Prozent bleiben. Lediglich eine Reduzierung des Anleihekaufprogramms könnte auf der nächsten Sitzung Ende Oktober beschlossen werden.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen; Stand 31.06.2017

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