Marktbericht 2019

Marktbericht - Q2/2019

Aktienmarkt

Nach dem sehr schwachen Jahresende 2018 und den pessimistischen Ausblicken der Analysten für 2019, schienen sich die düsteren Prognosen zunächst zu bewahrheiten. Die internationalen Aktienmärkte fielen in den ersten Handelstagen des neuen Jahres weiter. Die Trendwende brachte schließlich die amerikanische Notenbank Fed Mitte Januar. Nachdem sie im Jahr 2018 viermal in Folge die Zinsen erhöht hatte und auch für 2019 weitere Erhöhungen angekündigt hatte, änderte sie ihren Ausblick auf Grund wachsender Risiken für die Weltwirtschaft auf "abwartend". Dies war das Signal für die Kapitalmärkte, dass die Notenbank diesen bei Bedarf unterstützend zur Seite stehen wird. So schlossen die Kapitalmärkte nicht nur im Januar im positiven Bereich, sondern auch die folgenden drei Monate. Der amerikanische Markt verzeichnete dabei den besten Börsenauftakt seit 1997.

Zudem wurden die Gespräche zwischen den USA und China zur Beilegung des Handelskonflikts positiv aufgenommen. Die Investoren rechneten mit einer baldigen Einigung. Als dann US-Präsident Donald Trump im Mai völlig überraschend ankündigte, weitere Einfuhrzölle auf chinesische Waren erheben zu wollen, weil China bis dato vereinbarte Abmachungen wieder aufweichen wolle, gaben die Aktienmärkte einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Erst als im Juni sowohl die amerikanische Notenbank Fed als auch kurz danach die EZB ankündigten, die Zinsen bei Bedarf wieder reduzieren zu wollen, konnte der Aufwärtstrend wieder aufgenommen werden. Damit ist das 1. Halbjahr, im völligen Kontrast zu den negativen Analystenmeinungen, an praktisch sämtlichen Kapitalmärkten sehr positiv verlaufen. Den größten Fehler haben Anleger begangen, die sich im Dezember panikartig aus den Kapitalmärkten verabschiedeten.

Wieder einmal ist deutlich geworden, welche Bedeutung die Notenbankpolitik für die Kapitalmärkte hat. Das Dauerthema Brexit spielte an den Märkten übrigens nur noch eine untergeordnete Rolle. Nachdem die Frist für den Austritt Ende März um ein halbes Jahr verlängert wurde, trat im Juni die bisherige Premierministerin Theresa May zurück. Ein Nachfolger ist bis jetzt noch nicht gefunden worden.

Für das zweite Halbjahr sind wir verhalten optimistisch. Zum einen gibt es auf Grund des weiter ungelösten Handelskonflikts schon deutliche Bremsspuren speziell in der exportlastigen deutschen Industrie. So ist der viel beachtete ifo-Geschäftsklimaindex mehrere Monate in Folge zusammen mit den Einkaufsmanagerindizes gefallen und signalisiert eine deutliche Abschwächung der Konjunkturdynamik. Auf der anderen Seite haben die Notenbanken ihre Bereitschaft erklärt die Kapitalmärkte mit weiterer Liquidität zu unterstützen. Dies war in den vergangenen Jahren der Haupttreiber für steigende Börsenkurse. Zudem strebt US-Präsident Trump im kommenden Jahr die Wiederwahl an und wird alles tun, die Aktienmärkte mit positiven Nachrichten zu stützen. Anders als in Deutschland bezieht ein Großteil der Amerikaner ihr Vermögen und die Pensionsansprüche aus Kapitalmarkterträgen.

Rentenmarkt

Die Rentenmärkte zeigten trotz des bis dato bereits tiefen Zinsniveaus im ersten Halbjahr ebenfalls eine erfreuliche Entwicklung. Nachdem 2018 auf Grund von Konjunktursorgen insbesondere die Hochzinsanleihen mit schwächerer Bonität unter Abgabedruck waren, konnten diese im Jahr 2019 wieder deutlich zulegen. Grund war zum einen, dass die Ängste vor einer kurz bevorstehenden Rezession, die die Märkte noch im Jahr 2018 unter Druck gebracht hatten, sich bisher nicht bestätigt haben. Zum anderen war natürlich die zuvor angesprochene Änderung in der Zinspolitik sehr hilfreich für die Rentenmärkte. Nachdem die Fed nach einigen Zinserhöhungen nun auch wieder "Manövriermasse" hat, darf man gespannt sein, wie die EZB die im Juni im portugiesischen Sintra gemachte Zusage umsetzen will, die Märke im Bedarfsfall mit weiteren Maßnahmen zu unterstützen. Immerhin sind die Zinsen schon im negativen Bereich. So rentiert die zehnjährige Bundesanleihe mittlerweile auf einem Rekordtief von minus 0,40%. Dafür, dass der Anleger der Bundesrepublik Deutschland Geld leiht, muss er ihr am Ende auch noch Geld geben. Denkbar ist sicherlich eine Wiederauflage des Anleihekaufprogramms seitens der EZB um die Inflation anzukurbeln, was allerdings bereits in der Vergangenheit nicht funktioniert hat. Alle volkswirtschaftlichen Theorien der Vergangenheit sind damit ad absurdum geführt. Vielleicht muss man sich daran gewöhnen, dass ähnlich wie in Japan, die Zinsen noch für viele Jahre niedrig bzw. sogar im negativen Bereich notieren. Wir versuchen dieser Entwicklung mit ausgewählten Anleihen aus dem Hochzinssegment zu begegnen, die wir nach strengen Kriterien selektieren. Zudem mischen wir dem Rentendepot amerikanischen Anleihen bei, die auch bei kurzer Laufzeit und hoher Bonität Renditen von 3-4% pro Jahr ermöglichen.

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